Herz über Kopf

..und dann läuft ein Lied. Ein Text, Wörter, Orte, Erinnerungen und schon bist du da, in meinem Kopf. In meinem Herz. So viele Gedanken, Gefühle die ich kaum greifen, festhalten kann. Gefühle, die ich nie in Worte packen können werde. Mir fehlen oft die Worte, wenn es um dich geht. Und mit jedem Tag der ohne dich verstreicht vermisse ich dich ein Stückchen mehr. Da werden Tage zu Jahren. Bei dir ist Zeit nicht gleich Zeit, bei dir werde ich zeitlos. Sekunden fühlen sich an wie Stunden. Und Tage wie eine ganze Ewigkeit. Wie schnell die Zeit bis hierhin verging ist unglaublich, du bist schleichend zu einem Teil von mir geworden. Ohne dich fehlt etwas, etwas von mir. Die Tage verstreichen und ich sage mir, es ist okay so. Besser. Ich rede mir ein, dass es mir egal ist, das Richtige ist. Zu viel Zeit, zu viele Tränen. Angst, Verzweiflung, Wut. Doch es ist einfach nicht gut, nicht okay! Das ist es nie ohne dich. Ohne uns.

Ich weiß was vielleicht vernünftig wäre, aber vernünftig ist nicht immer gleich richtig. Richtig für mich. Ich bin schon immer gegen den Strom geschwommen und mache schon immer was sich richtig anfühlt. Hat das Herz sich erst entschieden, kann der Kopf einpacken heißt es so schön und Gegensätze ziehen sich bekanntermaßen an. Und wir? Grundverschiedener könnten wir beide nicht sein. Wirst du laut, werde ich leise. Bist du impulsiv, habe ich Verständnis. Hörst du auf deinen Kopf, höre ich auf mein Herz. Zweifelst du, bin ich sicher und denkst du nach, dann denke ich voraus. Dennoch sind wir, auf unsere eigene Weise, gleich. Du bist mein Ruhepol, mein Zufluchtsort. Du lässt mich sein wie ich bin, stärkst mich, gibst mir Rückenwind, hörst zu. Du ermutigst mich, aber vor allem lässt du mich von innen strahlen. Mit dir zusammen lachen macht die Welt für einen kurzen Moment besser. Immer.

Oft habe ich mich gefragt was es ist, das was mich zögern lässt. Trotz all dem Chaos nicht loslassen, nicht einfach gehen lässt. Jede noch so kurze Pause hat uns am Ende so viel stärker zueinander geführt. Gefühle wurden nie weniger, nicht mal wenn es rein nach Logik doch so hätte sein müssen. Das hier, wir, das ist anders. Weißt du, du hast irgendetwas in mir berührt. Etwas, von dem ich nicht einmal wusste, dass es berührt werden kann. Du bist einfach in mein Herz spaziert und hast alle Schutzmaßnahmen mitgerissen – so als hätte es sie nie gegeben. Plötzlich warst du da und mit dir diese Verbindung zwischen uns, dieses Unbeschreibliche – von Anfang an, als wäre es nie anders gewesen. Als wärst du schon immer da gewesen, hättest schon immer deinen Platz in mir, in meinem Leben gehabt und ihn bis dahin nur nicht beansprucht. Von der ersten Sekunde an hast du mich umgehauen und mein Herz wusste von Beginn an, was mein Kopf erst nach und nach realisierte. Nein, ich weiß nicht warum. Wieso. Wieso du. Ich werde es niemals erklären können, aber vielleicht spielt das auch keine Rolle, denn es ist da. Dieses tiefe Gefühl: Du! Nur du. Letztens las ich wieder etwas von dem Mythos der Kugelmenschen nach Platon. Ja, was wenn es wirklich so ist? Was, wenn wir alle Kugelmenschen sind, Kugelmenschen auf der Suche nach unserer anderen Hälfte. Unserem Gegenstück. Und wenn wir es gefunden haben, dann fühlen wir uns endlich vollständig. Ohne dich fühle ich nicht nicht vollständig.

Niemand hat gesagt es wäre leicht. Das ist es nicht, das Leben ist nicht leicht – wir wissen das. Du und ich. Doch sollte man nicht jede Chance auf ein Stückchen Glück nutzen? Grade du, grade ich – grade wir wissen, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Wie schnell alles vergeht, passt man nur einen kleinen Moment nicht auf. Momente. Ein kurzer Augenblick und alles kann anders sein. Wenn man Chancen nur verstreichen lässt, sie nicht nutzt. Wenn man zulange zögert, wird man nicht eines Tages zurückblicken? Vielleicht traurig? Bereuend? Vielleicht sehen, dass ein anderer Mensch die Möglichkeiten ergriffen hat, die man doch selbst so dringen ergreifen wollte – du ergreifen wolltest. Die nagende Gewissheit, dass man zu lange gewartet hat. Gewartet worauf? Jetzt ist immer der beste Moment. Am Ende wird dir niemand eine zweite Chance geben, du wirst die Zeit nicht zurückdrehen können. Nein, dann war es das. Die Welt ist weit weniger kompliziert, als wir sie erscheinen lassen. Es ist okay seinem Herzen zu folgen, mutig zu sein, Dinge zu wagen und es ist okay dabei Angst du haben – solange man kämpft.

Da draußen ist unser Weg, wir müssen ihn nur gehen und so einfach es klingt, so einfach ist es auch. Ich kenne deine Ängste, ich teile sie. Doch sollte man sie nie gewinnen lassen, hör nicht auf die kleine, gemeine Stimme in deinem Kopf. Die, die dir leise zuflüstert, dich unsicher werden lässt. Höre auf dein Herz,  beginne zu vertrauen. Vertrauen, dass es Richtig ist. Gefühle sind immer richtig. Und was wenn alles gut geht? Gut gehen würde und du es nie erfahren würdest. Wie heißt es so schön? It’s always darkest just before the dawn. Und mit jedem Risiko das wir eingehen, kann etwas ganz großes entstehen.

Für manche Dinge im Leben lohnt es sich zu kämpfen, manche sind es wert.

Herz über Kopf, probier’s mal.

♥️

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